In antiken Berichten über die Aesti von der Ostküste der Ostsee (Mare Suebicum, später Mare Balticum = Bernsteinmeer) werden die Balten erstmals erwähnt.

Die Geschichte der Pruzzen, eines baltischen Volksstammes, ist eng mit der Herrschaft des Deutschen Ordens (ein geistlicher Ritterorden, der zur Zeit der Kreuzzüge gegründet wurde) verbunden. Sie verloren ihre Kultur, als die Deutschen Preussen (später Ostpreussen genannt) kolonisierten. Der litauische Staat entstand während des Widerstandes, als der Orden seine Macht ausspielte. Das Litauische Reich dehnte sich mit der Zeit so weit in slawischem Gebiet aus, dass es ganz Weissrussland einnahm. Schliesslich vereinigte es sich in der Union von Lublin mit dem polnischen Königreich. Lettland war Teil des Ordensstaates, wurde aber nicht als Einheit angesehen, denn der Westen und die heutige litauische Küste gehörten zu Kurland (lettisch Kurzeme), während der Osten und Teile Estlands das Gebiet Livland (lettisch Vidzeme) bildeten.

Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung nach der letzten Eiszeit um 11000 v.Chr. durch Angehörige des Hamburger Kulturkreises (Variante der Magdalenien-Kultur) und der Swidry-Kultur hin. Ab etwa 2500 v.Chr. siedelten sich Indoeuropäer an und mischten sich mit der Bevölkerung, was die Balten entstehen liess. Um 500 v.Chr. unternahmen Skythen Beutezüge und der Einfluss der Latène-Kultur wurde spürbar. Zwischen 200 v. Chr. expandierten Germanen bis an die Weichsel und drangen Slawen und Goten in baltische Gebiete ein. Bernsteinhandel mit Rom und Griechenland kam auf. Zur Zeit der Völkerwanderung 500 bis 800 n.Chr. drängten mehr Slawen ins Baltikum. Aus Schweden zogen Wikinger auch ins Samland und ins Memelland. Nach anfänglichen Feindseligkeiten entwickelte sich ein schwungvoller Handel, während in südlichen baltischen Gebieten gegen die Ordensritter gekämpft wurde. Vom Ort Russ im Memeldelta aus drangen die Wikinger auf Flusswegen weiter nach Osten vor. Sie sollen dem russischen Volk den Namen gegeben haben, abgeleitet von der Ortschaft Russ.

Nach dem Ende der Kreuzzüge geriet das Baltikum teilweise unter die Herrschaft des Deutschen Ordens und auch anderer Länder. Der nördliche und südliche Teil des Baltikums (deutsche und schwedische Gebiete) wurden im 16. Jahrhundert reformiert. Litauen bildete mit Polen eine Union und blieb katholisch. Viele der baltischen Hafenstädte sind alte Hansestädte und kulturell stark von Dänemark, Deutschland oder Schweden beeinflusst worden.

Quelle: iGENEA